Freitag, 19. November 2010

Der Praktikant

Bei meinem ehemaligen Arbeitgeber hatten wir einen Praktikanten, der als Zeitsoldat eine Fortbildung zum Operative Professional absolvierte.

In einem Zeitraum von mehreren Wochen musste er eine Projektdokumenation erstellen. Das Thema sollte er mit dem Betrieb abstimmen, bei dem er das Praktikum durchführt.
Im Vorfeld fragte mich mein damaliger Chef, was man denn den Praktikanten machen lassen könnte. Ich schlug vor, ihn unsere Netzwerk-Struktur analysieren zu lassen, Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen und die Struktur auch zu Papier zu bringen.

Mein Chef war davon nicht begeistert.
So ein Quatsch, unser Netzwerk funktioniert. Ich will, dass der was macht was uns auch etwas bringt.
Nein, ich lass ihn Webshop-Schnittstellen entwickeln!


Ich ahnte schon, dass das alles in einem Chaos endet.
Der Praktikant war anfangs noch begeistert, doch schon nach wenigen Tagen merkte auch er, dass der gesamte Tagesablauf ein wenig planlos ist.

Das mit den Schnittstellen ist nichts gescheites. Ich hätte lieber ein Netzwerk gemalt oder so.


:-)

Mittwoch, 17. November 2010

Bist du fett geworden!

Heute gitb es eine Anekdote, die nicht mir, sondern einem ehemaligen Arbeitskollegen aus der Verkaufsabteilung passiert ist.

Nahezu gleichzeitig mit mir hatte ein Kollege bei meine ehem. Arbeitgeber gekündigt.
Er blieb der Branche treu und so kommt es, dass bestehende Kontakte weiter aktiv bleiben.

Nun kam es, dass er zu einem Firmenjubiläum eingeladen war, bei dem er wieder auf den ehem. Chef traf.
Der Kollege unterhielt sich gerade mit einem anderen Kunden (den er auch schon länger kannte), als der ehem. Chef ins Gespräch platze:
Chef: "Hi! Na, wie ist der neue Job? Gefällt's dir?"
Kunde: schaut komisch
Kollege: "Ja. Sorry, ich unterhalte mich gerade."
C: "Oh, kenne ich denn deinen Gesprächspartner?"
Ku: "Ähhh.. ja.... ich bin Guido Maier.... und schon lange Kunde bei Ihnen! Sie sollten mich eigentlich kennen!"
C: "Ach ja, stimmt! Hast aber ganz schön zugelegt, ich hätte dich fast nicht mehr erkannt!"
Ku: fällt Kinnlade herunter
C: "Doch, im Ernst! Ich hätte dich echt fast nicht erkannt!"


Wieder ein Kunde weniger :-)

Montag, 15. November 2010

Dienstag, 9. November 2010

Wir würden euch ja gerne mehr Gehalt zahlen...

Wie ich diesen Satz hasse!

Bei einer der mehr oder weniger regelmäßigen Besprechungen wurde seitens der Chefs wieder einmal die Frage gestellt, was wir Sklaven Arbeitnehmer uns denn wünschen.
Natürlich musste als Antwort folgen: "Mehr Geld".

Mein Chef gab uns anschließend zu verstehen, dass das momentan nicht möglich sei, weil es ist ja Finanzkrise (zu dieser Zeit konnte man diese Ausrede noch bringen...). Gerne würde er uns mehr Gehalt zahlen, aber die finanzielle Lage gibt das momentan einfach nicht her.

Nun, der dumme Angestellte glaubt das natürlich erst einmal.

Wenn der gleiche Chef jedoch 2 Tage später ankommt und fragt, ob ihm am Wochenende jemand helfen könne, weil er in sein NEUES HAUS umzieht, dann geht mir die Hutschnur hoch.
So eine Heuchelei will ich einfach nicht begreifen.

Nicht, dass ich meinem (mittlerweile ehemaligen) Chef nichts gönnen würde. Aber auf der einen Seite nichts zahlen wollen, auf der anderen Seite die komplette Familie mit neuen Autos, neuen Wohnungen und eben auch Häusern versorgen - das passt irgendwie nicht zusammen.

Ja, ich bin froh, dort nicht mehr zu arbeiten :-)

Sonntag, 7. November 2010

Warum man Fehlermeldungen in Live-Systemen unterdrücken sollte

Fehlermeldungen sind etwas äußerst hilfreiches.
In der Entwicklungsphase helfen sie, Fehler aufzuzeigen und zu beseitigen.

Im Live-Betrieb helfen sie, das System für jedermann zu öffnen.
...Moment, das kann so nicht gewollt sein:
Warning: mysql_connect() [function.mysql-connect]: Can't create TCP/IP socket (105) in /var/customers/webs/[...]/includes/class.db.php on line 13
127.0.0.1
he[...]ql1
de[...]a6+72
Can't create TCP/IP socket (105)
Da haut mir der Interpreter doch tatsächlich die kompletten MySQL-Zugangsdaten um die Ohren...
Wenn jetzt noch PHPMyAdmin (oder vergleichbares) installiert ist, schaut's zappenduster aus.

Ich schreib jetzt besser nicht dazu, wo mir das begegnet ist.

Montag, 25. Oktober 2010

Illusion und Realität

Dass in der Werbung gerne ein wenig geschummelt wird, ist eigentlich nichts neues.
Die Übertreibung meines ehem. Arbeitgebers im Bezug auf dessen vermeintliche Server-Infrastruktur ist mir jedoch einen eigenen Beitrag wert.

Auf der Website erstrahlt ein Bild, das auf einen sauber geputzten 19"-Schrank schließen lässt. Vermutlich soll das Bild darstellen, auf welch modernen Maschinen die Software des Unternehmens läuft.

Das Originalbild stammt jedoch gar nicht von besagtem Unternehmen, sondern wird auf Deviant-Art zum Download angeboten.
Und die Software läuft auch nicht auf solchen Maschinen. Das "Produktiv"-System läuft vielmehr auf einem NAS des Hersteller QNAP Systems, Modell TS-259 Pro+.
Schon bei der Anschaffung ließ sich mein damaliger Chef nicht davon überzeugen, dass das Gerät kein Webserver für datenbanklastige Anwendungen ist. Seine Aussage:
Da läuft doch ein Apache drauf. Das muss daher funktionieren!
Klar, funktioniert auch. Irgendwie. Nur nicht richtig.

Dass der Apache einzig die Aufgabe hatte, das Admin-Interface anzuzeigen, hat ihn übrigens nicht überzeugt....

Nanu, wo ist denn der Sicherheitsexperte?

Da will man mal kurz schauen, ob es vielleicht einen Bericht über den Tag der offenen Tür gibt, dann sowas:


Mal schauen, wann es jemand merkt.

Tag der offenen Tür

Mein ehemaliger Arbeitgeber führt einen Tag der offenen Tür durch.
Da bin ich ja mal gespannt, wer sich dorthin verirrt.
Prinzipiell finde ich die Idee nicht schlecht, der Erlös soll für eine Kinder-Krebs-Station gespendet werden. Ich sage "prinzipiell" weil es leider keinen großartigen Erlös geben wird.

Wer sollte zu so einem Tag der offenen Tür gehen? Wen interessiert die Arbeit von selbsternannten "Suchmaschinen- und Sicherheitsexperten"? Aus der "normalen" Bevölkerung keine Sau, weil niemand einen Bezug zu solchen Dingen hat. Aus den Reihen der Profis auch nicht, weil kein Mensch den Namen des - ähem *hust* - Referenten kennt.

Natürlich war auch die Werbung wieder für einen Lacher gut:


Was ist denn bitte "Anti-Spam Schutz"? Muss man sich wirklich mal auf der Zunge zergehen lassen :-)
Naja, und der Klassiker darf natürlich nicht fehlen...

(Dieser Eintrag wurde bewusst erst dann veröffentlicht, wenn die Veranstaltung schon vorbei ist)

Bild: Scan aus Anzeigenblatt vom 05.10.2010

Sonntag, 10. Oktober 2010

Tag der Antwort!

Heute, also am 10.10.10 ist der Tag der Antwort!

Grund: 101010 = 42

Dienstag, 3. August 2010

Seit 6 Wochen!!!eins!!elf

Es ist Freitag morgen, ich bin seit 7 Uhr im Büro. Plötzlich ertönt das freundliche klingeln meines Telefons.
Es klingelt zweimal, also ein internes Gespräch.
Auf dem Telefon steht der Name einer meiner Chefs.
Ich gehe ran und melde mich...
I: Guten Morgen!
C: SCHEISS PROGRAMM! ICH KOMM NICHT REIN, DIE SCHEISSE GEHT NICHT! DIE GANZE FIRMA STEHT!
I: Also, ich nehme mal an, es ist die Warenwirtschaft gemeint. Um welche Firma geht es denn?
(Info: Wir verwalten mehrere Firmen in unseren Geschäftsräumen)
C: UM DIE $XYZ-KG. SO EIN SCHEISS, KÜMMER DICH DA MAL DRUM. DIESES SCHEISS PROGRAMM!
I: Moment, ich schau sofort nach.
Klick klick klick
I: Ok, der Server scheint komplett offline zu sein. Ich schick meinen Kollegen runter, der startet die Maschine fix neu.
C: Ja.

Ok, Kollege spurtet los und ist nach knapp 10 Minuten wieder da.
Wir hatte vor ca. 8 Wochen darauf hingewiesen, dass der aktuelle Server für den vorgesehenen Zweck komplett ungeeignet ist und besser getauscht werden sollte.
Es handelte sich um einen 10 Jahre alten PC mit 1 GHz, 512 MB RAM und IDE-Festplatte (UDMA-66).

Wie dem auch sei, der Server ist wieder erreichbar, der Fall für uns vorerst abgeschlossen.

Plötzlich klingelt das Telefon wieder, wieder Cheffe:
I: Ja bitte?
C: SCHEISS PROGRAMM! ES FUNKTIONIERT NICHT!
I: Moment, ich prüfe das schnell!
C: MACH HIN! DIE FIRMA STEHT!
klick klick klick
I: Der Server läuft soweit, ich...
C: EINEN SCHEISS LÄUFT DER! ICH KANN KEINE VORGÄNGE BEARBEITEN!
I: ...prüfe jetzt, ob es sich um einen Fehler bei der Installation handelt.
klick klick klick
I: Ok, die anderen Installationen funktionieren, nur ausgerechnet die von $XYZ-KG hat einen Fehler. Wir prüfen das und melden uns sofort wieder.
C: ABER SCHNELL!

Nach kurzer Prüfung war klar, dass sich beim Absturz des Servers diverse Dateien verabschiedet hatten.
Aus den Parallel-Installationen konnten wir diese schnell wieder herstellen.
Der Server jedoch scheint in seinen letzten Atemzügen zu liegen.
Also rief ich den Chef an:
C: Ja?
I: Also, die Installation funktioniert wieder. Es lag daran, dass...
C: DAS INTERESSIERT MICH NICHT! MACHT EINFACH, DASS DAS NICHT WIEDER PASSIERT MIT EUREM SCHEISS PROGRAMM!
I: Es liegt nicht an...
C: ICH KANN DAS NICHT MEHR HÖREN! WER SCHREIBT DENN DAS SCHEISS PROGRAMM? IHR! ALSO SEID IHR SCHULD!
I: Auf den Server habe ich leider keinen Einfluss.
C: WIESO? IHR ARBEITET DA DOCH DRAUF!?
I: Nein, wir haben einen eigenen Server. Und der Server, mit dem der Rest der Firma arbeitet ist nun mal gelinde gesagt Schrott. Seit ca. 2 Monaten steht der kurz vor dem Tod und wartet darauf ausgetauscht zu werden.
C: (etwas ruhiger) Und warum weiß ich davon nichts?
I: Vielleicht, weil dein Bruder (der andere Chef) nicht mit dir redet?
C: Ok, ich ruf den sofort an.

An dieser Stelle könnte man jetzt denken, dass die Geschichte eine positive Wende genommen hätte. Aber das hier wäre nicht COP, wenn man nicht noch einen drauf setzen könnte!

Der andere Chef ruft an.
I: Ja bitte.
C: SEIT 6 WOCHEN STEHT DER NEUE SERVER HERUM! DEN MUSS NUR JEMAND FERTIG MACHEN!
I: Ähm... bitte?
C: DER NEUE SERVER, DER STEHT IRGENDWO HERUM, WARUM MACHT DEN KEINER FERTIG???
I: Weil vielleicht keiner weiß, dass ein neuer Server da ist?
C: DER STEHT UNTEN RUM!
I: Ok, und wer sollte den aufsetzen?
C: DAS KANN DER PRAKTIKANT MACHEN! DAS WIRD DER DOCH HOFFENTLICH KÖNNEN!
I: Ist das ernst gemeint, dass der Praktikant unseren Produktivserver aufsetzen soll?
C: DAS WIRD DOCH NICHT ZU VIEL VERLANGT SEIN!
I: Ok, dann soll es so sein.


Als ich dann sah, was der neue Server werden sollte, wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte: Es sollte tatsächlich ein QNAP TS 219 P sein, der unsere Produktivsysteme beheimatet. Ein Gerät, das als NAS konzipiert wurde.

Laut Chef sei das Gerät dafür gebaut, denn sonst wäre da ja wohl kein Apache drauf.
Meine Aussage, dass der Apache benötigt wird, damit man die NAS per Browser konfigurieren kann, wurde natürlich ignoriert.

Naja, nachdem 3 Personen einen halben Tag versucht haben, den "Webserver" halbwegs passabel zum laufen zu bringen, haben wir uns dann darauf geeinigt, nur die Daten zu überspielen.
Viel mehr konnten wir sowieso nicht machen, weil Chef sich lustigerweise auch noch weigerte, uns Root- und MySQL-Passwort zu geben.

Naja, dann eben nicht :-)

Weiter geht's daher auf dem alten Server!